Funktioniert Mewing? Eine Kieferorthopädin über Kieferlinie, Ergebnisse & was Erwachsenen wirklich hilft

Von Dr. Claudia Pinter, Fachärztin für Kieferorthopädie in Wien, Mitgründerin von DOMEzero.

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Sie haben es auf TikTok oder YouTube gesehen: Jemand drückt die Zunge gegen den Gaumen, hält sie dort – und Monate später wirkt die Kieferlinie schärfer und das Profil wie verwandelt.

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Und die Idee dahinter stimmt: Die Zungenhaltung beeinflusst tatsächlich, wie ein Gesicht wächst. Zahnmedizin und Logopädie wissen das seit Jahrzehnten. Die eigentliche Frage ist, wann es wirkt – und was Sie tun können, wenn dieses Zeitfenster vorbei ist. Genau darum geht es in diesem Artikel.

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Die Kurzantwort, wenn Sie wenig Zeit haben:
• Kinder: Ja – Zungenhaltung, Nasenatmung und richtiges Kauen helfen den Kiefern tatsächlich, breit und nach vorne zu wachsen.
• Erwachsene: Mewing allein verändert Ihre Knochenstruktur nicht. Eine skelettale Erweiterung kann den Oberkiefer und die Nasenatemwege verbreitern (siehe Erwachsene: orthopädische Erweiterung mit DOMEzero weiter unten).
• In jedem Fall: Starkes Drücken mit der Zunge ohne Anleitung kann Zähne ungewollt verschieben.

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Was ist Mewing?

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Mewing ist nach dem britischen Zahnarzt John Mew benannt, der eine Methode namens „Orthotropics“ entwickelte, und nach seinem Sohn Mike Mew, der sie online bekannt gemacht hat.

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Die Technik ist einfach: Die Zunge liegt flach und breit am Gaumen – die ganze Zunge, auch das hintere Drittel –, die Lippen sind geschlossen, die Zähne berühren sich leicht, und Sie atmen durch die Nase.

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Entscheidend ist: Es soll eine Ruhehaltung sein, keine Übung. Nicht zehn Minuten am Tag, sondern den ganzen Tag – bis es die selbstverständliche Position Ihrer Zunge ist.

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Mewing-Ergebnisse: Was erhoffen sich die Menschen?

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Zwei ganz unterschiedliche Hoffnungen:

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Aussehen. Eine schärfere Kieferlinie, höhere Wangenknochen, ein weiter vorne liegendes Mittelgesicht, weniger Weichgewebe unter dem Kinn, geradere Zähne ohne Zahnspange. Online wird Mewing oft als kostenlose Alternative zur Gesichtschirurgie für zu Hause dargestellt.

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Gesundheit und Funktion. Freiere Nasenatmung, weniger Schnarchen, besserer Schlaf, kein trockener Mund und keine ständig verstopfte Nase mehr. Manche stoßen auf Mewing, während sie nach Antworten zu Schlafapnoe suchen.

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Beides ist nachvollziehbar, und beides deutet auf etwas Echtes hin: Die Form Ihrer Kiefer beeinflusst tatsächlich, wie Sie aussehen und wie gut Sie atmen. Die Frage ist, ob eine Zungenhaltung das leisten kann.

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Links: ungünstige Gesichtsentwicklung als Folge von Mundatmung und falscher Zungenhaltung.
Rechts: gesunde Gesichtsentwicklung, Nasenatmung und Zunge in Ruhelage am Gaumen.

Mewing hatte schon einen Namen: myofunktionelle Therapie

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Das verschweigen die Videos: Mewing ist nur ein Baustein der orofazialen myofunktionellen Therapie.

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Die myofunktionelle Therapie ist ein gezieltes Training der Muskulatur von Gesicht, Mund und Rachen. Eine Therapie arbeitet an:

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  • Zungenruhelage – oben am Gaumen, nicht tief im Mundboden

  • Nasenatmung – Tag und Nacht, statt gewohnheitsmäßiger Mundatmung

  • Schlucken – ohne dass die Zunge nach vorne gegen die Zähne drückt

  • Lippenschluss – Lippen in Ruhe geschlossen, ohne Anstrengung

  • Kauen – richtig, mit den Backenzähnen, auf beiden Seiten

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Sie wird von einer ausgebildeten Therapeutin oder einem Therapeuten durchgeführt. Sie beginnt mit einer Befundaufnahme, folgt einem individuellen Plan über Wochen bis Monate und prüft vorab, ob die Voraussetzungen für einen Erfolg überhaupt gegeben sind.

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Funktioniert Mewing? Kinder vs. Erwachsene

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Teilen wir die Frage in zwei, denn die Antworten sind unterschiedlich.

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Spielt die Zunge eine Rolle dafür, wie ein Gesicht wächst? Ja.

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Kann die Zunge ein ausgewachsenes Gesicht verändern? Nein.

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Kurz gesagt: Bei Erwachsenen verändert Mewing die Knochenstruktur nicht nennenswert. Die American Association of Orthodontists bringt es auf den Punkt: Die Belege für die Kieferlinien-Versprechen von Mewing seien „so dünn wie Zahnseide“. Die Gesichtsform entsteht über Jahre aus dem Zusammenspiel von Genetik, Knochenwachstum und Muskelfunktion – nicht aus der Zungenposition im Erwachsenenalter.

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Was die Videos selten erwähnen: Anhaltender, ungleichmäßiger Zungendruck kann einzelne Zähne verschieben und andere nicht, Lücken öffnen oder Zähne kippen. Er kann den Biss verändern und wurde mit Kiefergelenksbeschwerden und Sprechschwierigkeiten in Verbindung gebracht. Entsteht ein Schaden, dauert die Korrektur länger, als die ursprüngliche Behandlung gedauert hätte.

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Was die Kieferentwicklung wirklich fördert

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Solange ein Gesicht wächst, hat die Funktion echten Einfluss. Vier Dinge zählen am meisten.

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Stillen. Das Trinken an der Brust verlangt Zunge und Kiefer mehr Arbeit ab als die Flasche. Längeres Stillen geht mit deutlich weniger seitlichem Kreuzbiss und seltener engstehenden, schmalen Oberkiefern einher. Einschränkung: Das sind Beobachtungsstudien, kein Beweis.

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Harte, faserige Nahrung – wirklich gekaut. Knochen wächst unter Belastung. Tierstudien und Vergleiche zwischen Bevölkerungen und Epochen sprechen dafür, dass weiche, verarbeitete Kost dem wachsenden Kiefer viel weniger Widerstand bietet. Rohes Gemüse, ganzes Obst, kräftiges Brot, Fleisch vom Knochen: Das ist Training.

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Richtige Zungenruhelage. Eine Zunge, die oben im Gaumen liegt, wirkt den ganzen Tag wie ein sanftes inneres Gerüst. Das ist der wahre Kern, auf dem Mewing aufbaut – beim Kind.

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Nasenatmung. Wohl der wichtigste Punkt, weil sie die anderen bestimmt. Ein Kind, das durch den Mund atmet, muss ihn offen halten; bei offenem Mund sinkt die Zunge vom Gaumen ab, und die Lippen können nicht schließen. Über Jahre ist dieses Muster mit einem schmalen Oberkiefer, einem längeren Gesicht und einem weiter unten und hinten liegenden Unterkiefer verbunden.

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Bei allen vier geht es um Funktion – darum, was der Mund leisten muss, während er entsteht.

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Das Prinzip: Die Form folgt der Funktion

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Knochen ist kein starres Gerüst. Er ist lebendiges Gewebe, das sich unter den einwirkenden Kräften umbaut – das Prinzip hinter dem Wolffschen Gesetz und der Grund, warum Astronauten Knochendichte verlieren und Tennisspieler im Schlagarm einseitig Knochen aufbauen. Im Gesicht entspricht dem die Hypothese der „funktionellen Matrix“: Wie die Weichgewebe arbeiten, beeinflusst, wie die Knochen wachsen. Ein gut belegtes Prinzip, kein exakt beziffertes Gesetz – aber die Richtung ist klar.

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Ein Gaumen, in dem die Zunge ruht, mit ruhiger Nasenatmung, geschlossenen Lippen und Backenzähnen, die echtes Essen kauen, wächst eher breit und nach vorne. Ein Gaumen mit tief liegender Zunge, offenem Mund und nichts zu kauen wächst eher schmal und nach unten.

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Deshalb hat die myofunktionelle Therapie bei Kindern großes Potenzial und bei Erwachsenen so wenig. Beim Kind zwingt man den Knochen nirgendwohin – man ändert die Anweisungen, nach denen er wächst.

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Aber das Prinzip wirkt in beide Richtungen, und genau das wird gern ausgelassen: Die Form begrenzt auch die Funktion. Ist der Gaumen schon zu schmal für die Zunge, kann ein Kind die richtige Haltung nicht einnehmen, so motiviert es auch ist. Ist die Nase verlegt – durch Polypen, Mandeln, Allergie oder eine verkrümmte Nasenscheidewand –, kann es nicht durch die Nase atmen, und der Mund übernimmt. Jedes Mal. Deshalb kann man nicht einfach Übungen verteilen und hoffen.

narrow palate vs wide palate picture

Links: schmaler Gaumen, kein Platz für die Zunge – rechts: breiter Gaumen mit ausreichend Platz für die Zunge.

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Ist es zu spät? Wie lange die Kiefer wachsen

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Davon hängt ab, welche Behandlung möglich ist – deshalb lohnt es sich, genau zu sein.

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Der Oberkiefer (Maxilla): Mit etwa 12 Jahren ist ein Großteil der Breitenentwicklung – und ein beträchtlicher Teil seiner Gesamtgröße – erreicht; Längen- und Höhenwachstum können aber bis in die Teenagerjahre weitergehen.

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Der Unterkiefer (Mandibula) wächst länger – grob bis Mitte/Ende der Teenagerjahre bei Mädchen und bis Ende der Teenagerjahre oder Anfang zwanzig bei Burschen, mit großen individuellen Unterschieden.

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Also: Das Zeitfenster, in dem sich die Kiefer durch Funktion formen oder mit einfachen Apparaturen bewegen lassen, sind Kindheit und frühe Jugend. Solange die Kiefer wachsen, lässt sich ihre Form beeinflussen. Ist das Wachstum abgeschlossen, geht das allein über die Funktion nicht mehr.

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Das ist der eigentliche Grund, warum Mewing bei Erwachsenen nicht funktioniert. Nicht, weil die Zunge unwichtig wäre – sondern weil das Material nicht mehr formbar ist.

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Welche Behandlungen gibt es?

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Kleine Kinder, idealerweise 2–6 Jahre: myofunktionelle Therapie

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Das beste Zeitfenster überhaupt. Nasenatmung, Lippenschluss, Zunge oben, richtiges Kauen und korrektes Schlucken etablieren – und dann das Wachstum arbeiten lassen. Früh, nicht-invasiv, mit der Biologie statt gegen sie. Ganz am Anfang geht es vor allem um Gewohnheiten und die Atemwege (HNO- und Allergiebehandlung, Abgewöhnen von Schnuller oder Daumen).

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Zwei Voraussetzungen, beide unverzichtbar:

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  1. Das Kind muss durch die Nase atmen können. Ist die Nase verlegt, gewinnt jedes Mal die Mundatmung. Oft steht eine HNO-Abklärung am Anfang.

  2. Im Gaumen muss Platz für die Zunge sein. Ist der Oberkiefer zu schmal, kann die Zunge nirgendwohin.

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Fehlt eines davon, wird das zuerst behandelt.

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Ab etwa 4 Jahren bis in die frühen Teenagerjahre: Wachstum mit Apparaturen lenken

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Ist der Gaumen zu schmal für die Zunge oder sind die Nasenatemwege durch einen engen Oberkiefer eingeschränkt, verbreitert ihn eine Dehnapparatur. Weil die Gaumennaht noch offen ist, entsteht eine echte skelettale Veränderung und nicht nur eine Zahnbewegung. Herkömmliche, an den Zähnen verankerte Dehnapparaturen werden ab den frühen bis mittleren Teenagerjahren zunehmend unzuverlässig – genau deshalb gibt es die Techniken für Erwachsene weiter unten.

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Apparatur und Therapie gehören hier zusammen: Die Dehnapparatur schafft den Platz, die Therapie bringt der Zunge bei, ihn einzunehmen und zu halten. Erst die Form, dann die Funktion.

Dehnapparatur bei einem 4-jährigen Patienten

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Erwachsene: orthopädische Erweiterung mit DOMEzero

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Wenn Sie das lesen, sind Sie höchstwahrscheinlich ausgewachsen – und hätten vermutlich lieber mehr Kiefer als weniger. Eine Zungenhaltung kann Ihnen das nicht geben. Eine skelettale Erweiterung schon.

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DOME steht für Distraction Osteogenesis Maxillary Expansion; DOMEzero ist die Variante mit gleichzeitig laufenden, durchsichtigen Alignern, sodass sich zwischen den Frontzähnen keine Lücke öffnet. Sie löst genau das oben beschriebene Problem: Bei Erwachsenen öffnet sich die Gaumennaht nicht zuverlässig, nur weil man auf die Zähne drückt.

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Statt also auf die Zähne zu drücken und zu hoffen, wird die DOMEzero-Apparatur mit Mini-Implantaten direkt im Gaumenknochen verankert und schrittweise in kleinen Schritten aktiviert. Die Knochenränder weichen auseinander, und der Körper bildet im entstandenen Raum neuen Knochen. (Am Rande: Distraktionsosteogenese ist dasselbe Prinzip wie bei der chirurgischen Beinverlängerung.)

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Das „zero“ bezieht sich auf die Lücke. Bei der herkömmlichen Erweiterung bei Erwachsenen entsteht für Monate eine breite Lücke zwischen den oberen Frontzähnen. Bei DOMEzero laufen durchsichtige Aligner gleichzeitig mit und bewegen die Zähne in den neu entstehenden Knochen – so öffnet sich die Lücke gar nicht erst.

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Was sich verändern kann:

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  • Ein breiterer Gaumen – echter Platz für die Zunge

  • Ein breiterer Nasenboden und größere Nasenatemwege – freiere Nasenatmung und bei vielen Patientinnen und Patienten besserer Schlaf und weniger Schnarchen

  • Ein breiterer Zahnbogen beim Lächeln – eine strukturelle Veränderung des Oberkiefers, keine kosmetische Illusion

DOMEzero illustration growing jaws in adults

DOMEzero-Illustration: Kiefererweiterung bei Erwachsenen

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Was Sie außerdem wissen sollten. DOMEzero ist darauf ausgelegt, wo immer möglich ohne Knochenschnitte auszukommen, und bei den meisten Erwachsenen gelingt das – manchmal widersetzt sich der Knochen aber der Trennung, und ein (minimalinvasiver) chirurgischer Eingriff ist nötig. Das lässt sich anhand der Bildgebung nicht immer vorhersagen.

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Wenn Schnarchen oder Tagesmüdigkeit ein Grund für Ihr Interesse sind, braucht es eine Schlafuntersuchung und eine ärztliche Diagnose. Eine Erweiterung kann die Atemwege deutlich verbessern, und die veröffentlichten Daten stammen von Erwachsenen mit diagnostizierter obstruktiver Schlafapnoe. Sie ist aber keine alleinige Heilung und sollte nicht auf bloßen Verdacht hin begonnen werden.

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Zeitplan (so gehen wir vor; andere Praxen planen anders). Die aktive Erweiterung dauert meist 4–8 Monate – bewusst langsam, weil die Alignerbewegung darauf abgestimmt ist. Danach bleibt die Apparatur weitere 9–12 Monate, während der neue Knochen mineralisiert. Inklusive Feineinstellung des Bisses dauert die Behandlung im Schnitt etwa zwei Jahre. Eine echte orthopädische Behandlung, keine schnelle Lösung – aber sie verändert das Skelett, und das kann bei Erwachsenen sonst nichts von dem hier Beschriebenen.

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DOMEzero wides nasal cavity

Wirkung von DOMEzero auf die Nasenhöhle (breiterer Nasenboden) und das Lächeln (breiteres Lächeln).

Und dann muss die Funktion folgen

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Mit DOMEzero schaffen wir die richtige Form. Jetzt soll die Funktion folgen.

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Deshalb empfehle ich Erwachsenen nach einer Erweiterung ausdrücklich, zusätzlich mit einer myofunktionellen Therapeutin oder einem Therapeuten zu arbeiten. Die Therapie trainiert die Ruhelage neu, etabliert Nasenatmung und Lippenschluss und korrigiert das Schlucken. Dieses Training unterstützt die Stabilität des Ergebnisses, statt es zurückdriften zu lassen.

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Die ganze Aussage dieses Artikels in zwei Sätzen: Beim Kind formt die Funktion die Form. Beim Erwachsenen schaffen wir die Form – und die Funktion hält sie.

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Form follows Function Principle

In den ersten Lebensjahren formt die Zunge den Gaumen.

Funktioniert Mewing also wirklich?

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Als virale Abkürzung zur Kieferlinie: nein. Ist Ihr Gesicht ausgewachsen, verändert kein Zungendruck Ihre Knochen – und ohne Anleitung riskieren Sie, Ihre Zähne ungewollt zu verschieben.

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Als Wiederentdeckung einer Wahrheit darüber, wie Gesichter wachsen: absolut. Zungenhaltung, Nasenatmung und richtiges Kauen sind enorm wichtig – während des Wachstums. Der Fehler von Mewing ist nicht die Idee. Es ist der Zeitpunkt.

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Wenn Sie sich als Erwachsene oder Erwachsener hier wiedererkennen: ein schmaler Gaumen, eng stehende Zähne, kein Platz für die Zunge, eine Nase, die nie richtig frei ist, Schnarchen, müdes Aufwachen – dann ist der sinnvolle nächste Schritt keine weitere Zungenübung, sondern herauszufinden, ob Ihr Oberkiefer noch erweitert werden kann und was das für Sie bedeuten würde.

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Genau dafür ist eine Erstberatung da. Wir sehen uns Ihre Atemwege, Ihren Gaumen, Ihren Biss und die Bildgebung an und geben Ihnen eine klare Antwort, ob DOMEzero das Richtige für Sie ist – einschließlich dessen, was es nicht verändern kann, und ob etwas anderes besser zu Ihnen passt.

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Deutlich breiteres Lächeln nach DOMEzero-Behandlung







Häufige Fragen zu Mewing

Wie lange dauert es, bis Mewing Ergebnisse zeigt?

Bei Erwachsenen verändert Mewing die Knochenstruktur nicht, egal wie lange Sie es machen. Was viele „Mewing vorher-nachher“-Fotos zeigen, ist meist eine veränderte Kopfhaltung, anderes Licht, ein anderer Kamerawinkel oder ein anderes Körpergewicht. Bei Kindern im Wachstum wirkt die myofunktionelle Therapie über Monate bis Jahre – und nur, wenn Nasenatmung und genug Platz im Gaumen gegeben sind.

Ist Mewing schlecht für die Zähne?

Eine entspannte, richtige Zungenruhelage ist gesund. Stundenlanges, starkes Drücken mit der Zunge ohne Anleitung kann einzelne Zähne verschieben, Lücken öffnen oder den Biss verändern und wurde mit Kiefergelenksbeschwerden in Verbindung gebracht.

Kann man den Oberkiefer als Erwachsener noch verbreitern?

Ja – aber nicht mit der Zunge. Eine im Gaumenknochen verankerte skelettale Erweiterung wie DOMEzero oder MARPE kann bei Erwachsenen den Oberkiefer und den Nasenboden verbreitern.

Mewing oder myofunktionelle Therapie – was ist der Unterschied?

Mewing ist ein einzelner Baustein: die Zungenhaltung. Die myofunktionelle Therapie ist ein strukturiertes Programm mit einer ausgebildeten Therapeutin oder einem Therapeuten, das auch Nasenatmung, Schlucken, Lippenschluss und Kauen umfasst – und vorher prüft, ob die Voraussetzungen gegeben sind.

Soll mein Kind Mewing ausprobieren?

Nicht allein nach einem Video. Lassen Sie zuerst die Nasenatmung und die Breite des Gaumens abklären. Passt beides, kann eine myofunktionelle Therapeutin oder ein Therapeut die Übungen anleiten – in dem Alter, in dem sie am meisten bringen.

Weiterführende Literatur

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